Willkommen in Minority Report: Wenn Hologramm und Realität verschmelzen

Microsoft HoloLens

Was ich gefühlt habe, als ich das hier gestern gesehen habe, war unglaublich – ohne Witz. Microsoft präsentierte mit HoloLens gestern ein Produkt das Dinge kann, die ich in meinem Leben für nicht erlebbar gehalten habe. Recht treffend sagte während der Präsentation ein Mitarbeiter: „Das war mal Science Fiction, und jetzt machen wir es zu Science Fact.“

Fangen wir mal mit der Fiktion an. Wer erinnert sich nicht an solch unfassbar coole Szenen aus Science Fiction Filmen wie Minority Report, in denen völlig real aussehende Hologramme mit dem Hier und Jetzt verschmolzen, während die Schauspieler mit ihnen interagieren konnten? Speziell Szenen aus Minority Report fallen mir dazu ein: Tom Cruise konnte mit abgefahrenen Handschuhen auf einer Glasplatte verschiedene Bilder, Texte, Videos und Audischnipsel hin aufrufen und hin und her bewegen. Dies ist zum Beispiel im Trailer zu sehen.

Bei einer Präsentation die eigentlich Windows 10 gelten sollte, kam Microsoft nun mit diesem abgefahrenen HoloLens-Ding hier um die Ecke.

Wir fassen also zusammen: Man kann Filme, Sportveranstaltungen, Streamdienste, Bilder, Texte, Videochats, Spiele, Menüs und so weiter auf Tische und Wände projizieren. Reale Objekte verschmelzen mit Hologrammen, und zwar überall. Und zwar nicht in einem festen Raum wie in Minority Report, in dem ein paar seit gestern plötzlich völlig schäbig wirkende Hi-Tech Glasplatten vor Tom Cruise rumstehen. Schnell wird klar: Das was hier passiert ist eigentlich noch krasser, als das wovon man seit X Science Fiction Streifen träumt.

Die HoloLens, eine Datenbrille mit Surround Sound wenn ich mich richtig entsinne, kann man einfach mal aufsetzen und überall hin gehen. Man kann im Videochat seinen Blickwinkel mit anderen Teilnehmern teilen – und diese können eigene Hologramme dazu hinzufügen. Ein einfaches Beispiel aus dem Video: Die Frau eines Ehepaars möchte einen Waschbeckenabfluss montieren, und ihr Mann zeigt Ihr mit Pfeilen die Richtung, in die sie die Verbindungsgewinde drehen muss. 3D Design ist möglich, und zwar ganz einfach mit Händen und Fingern. Und – na klar – kann man diese geschaffenen Objekte auch direkt mit einem 3D Drucker ausdrucken. So baute eine Microsoft-Angestellte gestern live auf der Bühne eine virtuelle Drohne, die als fertige Vorlage für einen 3D gedruckten Quadcopter diente. Natürlich ließ es sich Microsoft nicht nehmen, genau diese ausgedruckte Drohne einmal kurz durch’s Publikum fliegen zu lassen.

Kurz und knapp: Ich bin echt mal geflasht. Und gespannt darauf, dass das gute Ding hoffentlich bald auf den Markt kommt. Achja, ciao Google Glass 😉

Mehr zu HoloLens erfährt man bei Microsoft, und eine ausführliche Demonstration gibt es in diesem Video. Wann und ob HoloLens auf den Markt kommt, ist leider noch unklar (Mehr dazu auch bei The Next Web). Es scheint realistisch, dass der Verkaufsstart – wenn überhaupt – erst in 2016 bekannt gegeben wird.